Rund 140 Akteurinnen und Akteure des LEADER/CLLD-Netzwerks Sachsen-Anhalt sind am 24. und 25. September in Magdeburg zusammengekommen, um unter dem Motto „35 Jahre LEADER - 15 Jahre CLLD“ über die Zukunft der Regionalentwicklung ab 2028 zu beraten. Im Fokus standen Bürokratieabbau, Planungssicherheit, Innovation und Gestaltungsspielräume für die Regionen.
Udo Mänicke, Sprecher der Vorsitzenden der Lokalen Aktionsgruppen (LAG) im Land: „LEADER/CLLD gibt den Menschen vor Ort Verantwortung und Gestaltungsspielraum. Diese Stärke müssen wir bewahren und zugleich die Umsetzung künftig unbürokratischer, innovativer und verlässlicher gestalten.“
In fünf Workshops diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am ersten Veranstaltungstag zentrale Herausforderungen: Den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und digitalen Werkzeugen zur Arbeitserleichterung, die Stärkung von Demokratie und gesellschaftlicher Teilhabe, die Umsetzung von Kooperationsprojekten sowie eine stärkere Sichtbarkeit von LEADER/CLLD auf europäischer Ebene.
Ein Schwerpunkt lag auf der kommenden EU-Förderperiode ab 2028. Dabei ging es um mögliche Förderstrukturen, notwendige Veränderungen bei Umsetzungsverfahren und Rahmenbedingungen sowie die Frage, wie Planungssicherheit und Flexibilität miteinander verbunden werden können. Die Diskussion machte deutlich: Die Regionen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, zugleich aber ausreichend Spielraum, um auf die unterschiedlichen Bedürfnisse des ländlichen Raumes vor Ort reagieren zu können.
Am zweiten Veranstaltungstag wurde der Blick aus den Tagungsräumen in die Regionen um die Landeshauptstadt Magdeburg herum gelenkt. Besichtigt wurden unter anderem Vorhaben aus den Bereichen Kultur, Jugendarbeit, Sport, Tourismus und Ortsentwicklung. Die Projekte zeigten beispielhaft, wie aus regionalen Ideen konkrete Lösungen mit Hilfe von europäischen Finanzmitteln entstehen können.
Nach 35 Jahren LEADER und 15 Jahren CLLD richtet sich der Blick damit klar nach vorn: Die Erfahrungen aus mehr als drei Jahrzehnten sollen genutzt werden, um LEADER/CLLD weiterzuentwickeln und auch künftig innovative, passgenaue und möglichst unbürokratische Lösungen für Sachsen-Anhalts Regionen zu ermöglichen.
Hintergrund: LEADER/CLLD in Sachsen-Anhalt
LEADER ist ein seit 1991 bestehender europäischer Ansatz zur Entwicklung ländlicher Räume. Das Besondere ist das Bottom-up-Prinzip. In Lokalen Aktionsgruppen arbeiten Kommunen, Vereine, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen und entscheiden gemeinsam über die Entwicklung ihrer Region.
Mit CLLD (Community-Led Local Development) wurde der Ansatz in Sachsen-Anhalt ab der Förderperiode 2014-2020 auf weitere EU-Fonds ausgeweitet. Neben dem ELER können nun auch Mittel aus EFRE und ESF/ESF+ für die Umsetzung lokaler Entwicklungsstrategien, erstmals auch in städtischen Räumen, eingesetzt werden. Sachsen-Anhalt verfolgt damit als einziges Bundesland in Deutschland einen fondsübergreifenden LEADER/CLLD-Ansatz. Aktuell arbeiten im Land 24 Lokale Aktionsgruppen an der Entwicklung ihrer Regionen.
